Geschichten von Zeitzeugen

Dreharbeiten des ARD für das Filmprojekt „Verlorene Heimat im Gepäck“

Zeitzeugen in Werdau ©Anja Kurze
Herr Straube (links) sieht gemeinsam mit der Film-Crew des ARD die originalen Dokumente ein

Am Freitag, dem 07.05.2021 drehte der Sender ARD für das Filmprojekt „Verlorene Heimat im Gepäck“ im Archiv des Werdauer Rathauses. Das Team rund um Hans-Dieter Rutsch (Havel-Film Babelsberg) interviewte den Nachkommen ehemaliger Umsiedler, Joachim Straube und begleitet ihn bei der Einsicht in Originaldokumente und -akten. In der Dokumentation wird über die Schicksale von Millionen von Menschen berichtet die Flucht, Vertreibung oder Zwangsmigration erlebt haben. In Sachsen mussten nach dem 2. Weltkrieg 250.000 Ostumsiedler neu angesiedelt werden, davon fanden zwischen 1945 und 1949 fast 8000 Menschen in Werdau eine neue Heimat.

Das Umsiedleramt hatte damals in Zusammenarbeit mit dem Wohnungsamt die scheinbar unlösbare Aufgabe, all diese Menschen in Unterkünften unterzubringen. Die Familie Straube kam mit ihren Kindern etwa im August 1946 aus Schlesien über Zwischenlager in Werdau an und wurden für einige Wochen in einer der Massenunterkünfte – genauer noch im Zwischenlager „Sherff“ (ehemaliger Fabrikbetrieb gegenüber Pleißental Stadthalle) untergebracht. Mit Hilfe von Karteikarten wurden zu jener Zeit, durch das Umsiedleramt, derartige Zu- und Abgänge neuer Umsiedler erfasst. Nachdem die Lebensbedingungen in den Lagern durch Überbelegung immer katastrophaler wurden, vermittelte das Umsiedleramt zusammen mit dem Wohnungsamt die Menschen in Wohnungen. Ende Oktober 1946 wurde den Straubes eine Wohnung – eher „Dachkammer“ in der Rathenau Straße vermittelt. So kam es am besagtem Freitag (07.05.2021) auch in dieser Straße zu Dreharbeiten.

Im Stadtarchiv konnte sich Herr Straube mittels der Umsiedlerkartei und zahlreicher vorhandener Akten ein Bild davon machen, wie seine Großeltern und sein Vater 1946 in Werdau untergebracht waren. Die Akten beschreiben sowohl die Verhältnisse in den Lagern als auch die Ausstattung des Wohnraumes, den die Familie zugewiesen bekam.

Die Familie Straube verblieb in Werdau und bekam später eine richtige Wohnung zugewiesen. Joachim Straube ist in Werdau geboren und großgeworden.

Die Dokumentation wird unter dem Titel „Verlorene Heimat im Gepäck“ voraussichtlich Ende Juni im Fernsehen zu sehen sein.

© Anja Kurze

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